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Pferdepraxis Waldhausen

Luftaufnahme der Pferdepraxis

Pferdepraxis Waldhausen

Stammzellentherapie in der Pferdepraxis Waldhausen

In letzter Zeit werden wir häufig gefragt, warum wir in Waldhausen zur Therapie von Sehne und Gelenkerkrankungen frisch gewonnenes, autologes Knochenmark aus dem Brustbein des jeweiligen Patienten nutzen und nicht, wie die meisten Tierärzte, die kommerziell erhältlichen Stammzellen. Diese werden bei einem Spenderpferd (allogen) entnommen, im Labor angezüchtet und bis zur Verwendung tiefgefroren.

Hierzu ein kurzer Rückblick: Als wir vor ca. 20 Jahren mit der Stammzelltherapie begannen, gab es noch keine kommerziell vertriebenen Stammzellen. Wir arbeiteten damals mit einem humanmedizinischen Labor zusammen, welches auf dem Gebiet der Stammzellforschung tätig war. Hier wurden aus unserem autolog gewonnenem Knochenmark in einem aufwändigen und sehr teuren Verfahren die wertvollen Stammzellen isoliert und angezüchtet. Der Erfolg der Therapie an den Sehnen und Gelenken war im Vergleich zu den anderen damals üblichen Verfahren sehr gut und wir verwendeten diese angereicherten Stammzellen bei sehr vielen Pferden.
Aber irgendwie hatten wir schon damals das Gefühl, dass wir den Therapieerfolg noch verbessern können. Unsere Überlegung war, dass doch im Knochenmark neben den Stammzellen noch so viel andere entzündungshemmende und heilungsfördernde Bestandteile enthalten sind (Interleukine, Wachstumsfaktoren, Rezeptorantagonisten, etc.) welche bei der Anzüchtung von Stammzellen einfach verworfen werden.

Also, warum nicht alles in einem Therapieverfahren vereinen?

Vor ca. 8 Jahren begannen wir zunächst bei der Heilung von Sehnendefekten, später auch bei der Regeneration von Gelenkknorpel- und Meniskusdefekten alle Bestandteile des Knochenmarks zu nutzen. Und siehe da, der Heilungserfolg fiel deutlich besser aus als bei den gezüchteten Stammzellen!
In neuerer Zeit nutzen wir den heilenden Effekt des gesamten Knochenmarks auch bei der Therapie von Knochenzysten. Hierbei injizieren wir das Knochenmark einerseits direkt vom Gelenk aus, unter arthroskopischer Kontrolle, in den betroffenen Defekt, um den Gelenkknorpel unter der Zyste wieder aufzubauen und andererseits wird die Zyste selbst mit mehreren feinen Bohrlöchern außerhalb des Gelenks angebohrt, um den Duck im Knochen abzubauen. Der Zystenhohlraum wird dann vollständig mit dem zähflüssigen Knochenmark aufgefüllt und so die Heilung des Knochengewebes angeregt. Die Bohrungen werden hierbei sehr exakt unter röntgenologischer oder computertomographischer Kontrolle durchgeführt.
Wir haben dieses Verfahren schon bei mehreren Patienten angewendet und die Ergebnisse sind sehr vielversprechend!

Knochenmarksentnahme beim liegenden PferdKnochenmmarkentnahme beim stehenden Pferd

Knochenmarkentnahme: Beim liegenden Pferd Bild links, beim stehenden Pferd Bild rechts.

Die Verwendung von körpereigenem Knochenmark hat also viele wichtige Vorteile:

  • Die Knochenmarkentnahme erfolgt ohne Vollnarkose am stehenden Pferd unter Sedation und Lokalanästhesie.
  • Die Therapie erfolgt „just in time“, d.h. das gewonnene Knochenmark wird direkt verwendet und muss nicht eingefroren werden.
  • Man nutzt neben den Stammzellen auch die Bestandteile aus den Knochenmarkzellen, die die Heilung fördern und die Entzündung eindämmen.
  • Da diese Zellen bei dem Patienten selbst entnommen werden, kann es nicht zu Abstoßung- oder Überempfindlichkeitsreaktionen (allergischer Schock) kommen.
  • Die körpereigenen Zellen heilen im Gewebe besser an als körperfremde Spenderzellen.
  • Die gewonnenen Stammzellen befinden sich in ihrem normalen Medium und werden bei ihrer heilenden Wirkung von allen anderen Wachstumsfaktoren unterstützt.

 

Wir hoffen, dass wir hiermit Eure vielen Fragen zur Verwendung des autologen Knochenmarks bei Sehnen - oder Bänderrissen, bei Knorpelläsionen in den Gelenken oder auch zur Therapie von Gelenkzysten beantworten konnten.

In diesem Sinne, bleibt uns auch weiterhin gewogen.

Eure Pferdepraxis Waldhausen